
Sieht man derzeit in den Nachrichten die wütenden Brände im Süden Europas, kann einem angst und bange werden. Angst und bange kann einem jedoch auch werden, wenn man auf die globale Umweltpolitik schaut. Das Thema Klimakatastrophe wird, wenn überhaupt, mehr als stiefmütterlich berücksichtigt und steht ganz weit hinten auf der Agenda. Die Zeit vorausschauenden Handelns ist jedoch abgelaufen, wenn eine Feuerwalze vor der eigenen Haustüre tobt oder der sonst so friedlich plätschernde Bach sich in einen reißenden Strom verwandelt. Mit viel Glück landet man dann vielleicht in einer Turnhalle, die als Auffangzentrum dient. Hab und Gut sind dahin.

Schnell werden Rufe nach „Vater Staat“ laut und negieren dabei völlig, dass jeder von uns für die Misere mitverantwortlich ist. Weil man sein ressourcen-verprassendes Leben weiterleben möchte, werden Parteien gewählt, die die Klimakatastrophe abstreiten (AFD, FDP), Technologieoffenheit für überalterte Verbrennermotoren und Heizungen predigen, die Lobby der Gas- und Ölindustrie befördern und bei jeder drohenden Veränderung des eingeübten bürgerlichen Lebens auf der Bremse stehen (CDU/CSU). Aber auch Grüne und Linke bewundern schicke Autos, jetten im Jet, finden Traumschiffe toll und sind als konsumierende „Touris“ unterwegs.
HITZE UND IHRE FOLGEN
- Wald- und Flächenbrände weltweit (Südeuropa, Rheinland-Pfalz)
- Explodierende Munitionsbestände in Wäldern (Traisen, Brandenburg)
- Straßenbeläge weichen bei Temperaturen um 40° C auf.
- Bahngleise verformen sich
- Flussschifffahrt ist nur eingeschränkt möglich (Rhein)
- Kontinuierlicher Rückgang der Trinkwasserpegel
- Gletscherschmelze minimiert Trinkwasserreserven
- Schmelzen des Permafrosts im Gebirge führt zu Murenabgängen
- Sportwettkämpfe bei hohen Temperaturen gefährden zunehmend die Gesundheit der SportlerInnen (Tour de France, French open)
- AKW müssen aus Mangel an Kühlwasser vorübergehend abgeschaltet werden (Cattenom u.a.)
- Zunehmende Zahl an Hitzetoten (Dehydrierung)
- Kühe geben bei Hitze weniger Milch
- Landwirtschaftliche Ernten fallen geringer oder ganz aus
- Ausbreitung invasiver Insekten wird begünstigt (Tigermücke, Asiat. Hornisse)
- Wasserpest und Blaualgen in Badegewässern
- Ganze Fischbestände verenden aufgrund von Sauerstoffmangel
Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Und was ist unsere Antwort auf all diese Horrormeldungen?
Wir bauen Pools, schaffen Klimaanlagen an, die genauso wie die boomenden Rechenzentren, die Erderwärmung vorantreiben. Wir steigern die Anzahl der zugelassenen Autos, (vorzugsweise SUVs), freuen uns über Lückenschlüssse einer Autobahn, über neu eröffnete Freizeitparks im Erholungswald und steigern ganz nebenbei die Naturzerstörung.

