
Da ich ein großer Fan des Eiskunstlaufs bin, war ich Anfang Dezember in Oberstdorf, bei den Deutschen Meisterschaften der Kufen-Sportler♀♂. Die Läufer und Tänzer♂♀ aus unmittelbarer Nähe zu erleben, begeisterte mich. Allein das Einlaufen, die Schnelligkeit des Gleitens mit der sich die Sportler♀♂ in die Kurve legen vermittelt einen grandiosen Eindruck, der sich durch das Fernsehen nicht übertragen lässt. Die Kraft und Akrobatik bei den Hebe- und Wurffiguren ließen mich mehrfach staunen. Die Kirsche auf der Sahnetorte ist die Musik, zu der die durchtrainierten Athleten♂♀ tänzerisch über das Eis zu schweben scheinen. Bei den nächsten Wettbewerben bin ich wieder dabei.


Vom 6.02. bis zum 19.02. 2026 sind die Eiskunstlauf-Wettbewerbe der anstehenden olympischen Winterspielen zu sehen !!!
Wieder zuhause in Odernheim begegne ich zufällig dem ehemaligen Eiskunstläufer, Joschi Pesek. Exklusiv für den „Odernheimer Block“ ist er bereit von seinem Werdegang zu erzählen. Vielen Odernheimern ist er bekannt, da er über Jahre hinweg als Geschäftsführer in der zurzeit leerstehenden Disibodenberg-Apotheke tätig war. Bevor er 1977, zusammen mit seiner Frau Regina, in Odernheim landete, hatte er schon eine interessante Vita hinter sich. Joschi Pesek ist gebürtiger Tscheche. Mit 15 Jahren kam er über seine Schwester in Kontakt zu einem Eislaufverein. Als für den Paarlauf ein junger Mann gesucht wurde, brachte man ihn schnell mit der weiblichen Besetzung zusammen. Das spontan gebildete Eistanzpaar (siehe Foto) blieb sportlich sieben Jahre zusammen.


Mehrfach wurden sie tschechische Vizemeister und nahmen an internationalen Wettbewerben und Meisterschaften teil. Ein Höhepunkt war die Teilnahme an den olympischen Spielen 1968 in Grenoble. Eistanz war zu diesem Zeitpunkt noch nicht olympisch. J. Pesek und seine Partnerin nahmen in diesem Rahmen an einem Demonstrationswettbewerb teil, um die neue Variante des Eiskunstlaufs publik zu machen. Bei der folgenden Olympiade in Sapporo 1972 wurde die Disziplin dann ins offizielle Programm übernommen.

Kurz vor dem Einmarsch der Russen in die Tschechoslowakei – 1968 – setzte sich seine Tanzpartnerin in die USA ab. J. Pesek unterschrieb daraufhin für 2 Jahre einen Vertrag bei der „Wiener Eisrevue“. 1971 setzte er sich dann ebenfalls in den Westen ab und das Kapitel Eiskunstlauf war für ihn damit beendet. Auch im Nachhinein hadert er mit den damaligen Wertungsrichtern, die doch häufig hinter den Kulissen die Platzierungen der Eisläufer vorab aushandelten.
Ein neuer Lebensabschnitt führte ihn dann nach Mainz, wo er Sport studierte und dort seine spätere Frau, Regina, kennenlernte. Zusammen kamen sie 1977 nach Odernheim und bezogen in der Hauptstraße ihre erste Apotheke.
Viele Jahre war Joschi Pesek als Übungsleiter und im Vorstand des TVO engagiert.
















