Vielleicht ist es das richtige Thema, in der Zeit wo alles drunter und drüber zu gehen scheint. Mireille Mathieu ist 80 Jahre alt geworden. Mit ihrer Pagenkopffrisur sieht sie fast immer noch so aus wie früher, pflegt wie damals den deutschen Schlager und verkörpert Beständigkeit, wie keine andere.

Unbeschwerte Gute-Laune-Musik zumeist aus der Feder von Christian Bruhn, der ihr vor allem in den siebziger Jahren einen Hit nach dem anderen bescherte. („Hinter den Kulissen von Paris“, „Es geht mir gut, merci, cheri“, „An einem Sonntag in Avignon“, u.v.m.) Während mir die aufgezählten Lieder auch heute noch gut ins Ohr gehen, driftete die französische Sängerin mit ihrem Repertoire Mitte der 70er Jahre in hoffnungslosem Kitsch ab: („Der Zar und das Mädchen“, „Kleine Schwalbe“, „Santa Maria“) usw. Es empfiehlt sich ohnehin Mireille Mathieu auf Französisch anzuhören. Man könnte tatsächlich vergessen, dass Mireille Mathieu vor ihrer Karriere in Deutschland möglicherweise der Musikwelt französischen Soul beschert hätte: „Une simple lettre“, zu finden auf ihrem sechsten Album von 1969, dürfte den meisten nicht bekannt sein. Ein Song, der mich bis heute umhaut. Mireille Mathieu mit einer stimmlichen Kraft und Klarheit, die ihresgleichen sucht und ihre weltweiten Erfolge erklärt.
Nun ist sie achtzig geworden, steht nach wie vor auf der Bühne und erfreut ein großes Publikum, dass ihre Konstanz und Bodenständigkeit schätzt. So lässt es sich gerne in die guten alten 70er Jahre zurückversetzen.
























