Der Fußball ist Teil – nicht nur – der deutschen Kultur und hat seit den frühen 60er Jahren bis heute, eine mediale Aufmerksamkeit ungeahnten Ausmaßes bekommen. Eine Entwicklung, die nur einen Weg zu kennen scheint: Nach oben! Inzwischen werden Spiele aus der dritten Liga zu bester Sendezeit im Fernsehen übertragen, Frauenfußball scheint sein Publikum – dank intensiver Lobbyarbeit – gefunden zu haben. Internationale Turniere werden über die Kontinente hinweg ausgetragen. Man schreckt nicht mal mehr davor zurück die sogenannten Kabinenpredigten der Trainer live zu übertragen: Die Spieler stehen mit gesenkten Köpfen im Kreis, haben ihre Arme um die Schultern ihrer Nebenmänner gelegt und wirken verstört bis verängstigt. Was allerdings nicht weiter verwunderlich ist, angesichts des Geschreis des Trainers:

„MÄNNER!“, heißt es. „IHR GEHT JETZT DA RAUS UND HAUT DIE JETZT WEG. IHR STEHT DENEN AUF DEN FÜSSEN, DASS SIE DIE LUST AM SPIEL VERLIEREN. MÄNNER! , LOS GEHT’S!
Ich bin peinlich berührt und finde es nur beschämend, was sich mir da bietet. Je lauter das Geschrei, desto größer der Motivationseffekt, scheint man zu glauben.
Manch ein Beobachter spricht mit Blick auf das Fußballgeschehen von Gröhl- und Saufkultur, die eine lange Tradition hat. Die „Kabinenpredigt“ fügt sich hier nahtlos ein. Die Aggressivität, die hier vom Trainer grenzwertig eingebläut wird spürt nicht nur der Gegner. Nein, bei einem Torerfolg muss man Angst um die eigenen Mitspieler haben. Mit entgleisten Gesichtern traktieren Mannschaftskameraden den Torschützen mit Faustschlägen, Kopfnüssen und Ähnlichem mehr. War da früher nicht mehr Leichtigkeit und selige Freude?
Eine weitere neue Erscheinung im modernen Fußball sind die Oberteile der Spieler, die sich schon mal zeigen, wenn ein Fußballer sich seines Trikots entledigt. Wie ich gelernt habe, werden mit diesen „Bustiers“ Messdaten erhoben. Das Ergebnis könnten dann möglicherweise solche Empfehlungen sein: „Gefütterter Bügel BH mit abnehmbaren Trägern“ oder „BMU Illusion Curve BH“.
