Auch wenn sich das Deutschland-Ticket ab nächstem Jahr wieder verteuern soll, für mich ist diese preiswerte Möglichkeit den ÖPNV zu nutzen ein echter Fortschritt. Die Einführung des Neun-Euro-Tickets wurde im Mai 2022 vom Bundestag beschlossen und war von der Ampel-Koalition hart erkämpft. Widerstand kam vor allem von der CDU/CSU und der AFD. Seit Beginn dieses Jahres kostet es 63 €. Tatsächlich kann man die Einführung des Tickets als Erfolgsgeschichte bezeichnen. Die Fahrgastzahlen sind auf 14,4 Millionen gestiegen. Eine echte Errungenschaft für die Umwelt und nicht zuletzt für die Bahn selbst.

Trotz aller Verspätungen, Hindernisse und Ausfälle schätze ich an der Bahn, nicht selbst fahren zu müssen. Außerdem hat man durch die Mitreisenden die Möglichkeit mit anderen zu kommunizieren. Doch leider bleibt diese Chance meistens ungenutzt. Wenn ich mich im Waggon umschaue, sehe ich überwiegend Leute mit gesenktem Haupt, die mit dem Handy beschäftigt sind. Häufig erlebe ich – zumeist jüngere – Passagiere, die voll zugestöpselt mir gegenüber Platz nehmen, ohne Blickkontakt, nicht mal die rhetorische Frage: „Ist der Platz noch frei?“ stellen. Kein Kopfnicken, nur vollständige Ignorierung.
Will man nach der Begrüßung ungestört sein, dann ist es voll ok sich zurückzuziehen, Musik zu hören, am Handy zu daddeln oder beispielsweise ein Buch zu lesen. Dennoch erwarte ich ein Mindestmaß an Höflichkeit: Blickkontakt, begleitet von einem kurzen Nicken und schon fühlt man sich wahrgenommen. Und wenn es dann mal zu einem beiläufigen Gespräch kommt, so wird man damit reich beschenkt, was auch immer die Unterhaltung bietet.
