Gewinnen ist nicht alles

Ich schaue mir gerne Sport im Fernsehen an. Die derzeitigen langen Winterabende sind wie gemacht für gemütliches Glotzen auf die Mattscheibe. Egal ob Vierschanzentournee, Darts-WM, Tennis in Melbourne, oder die anstehende Winterolympiade. Von spannenden Wettkämpfen kann man in der Regel ausgehen.

Doch es gibt Spielverderber♂♀. Für mich sind dies die Sportler♂♀, die aus welchen Gründen auch immer, eine solch große Überlegenheit an den Tag legen, dass sie den obersten Platz auf dem Siegespodest schon vorab reservieren könnten.

Das Ergebnis ist Langeweile:

In den 90er Jahren beherrschte der Amerikaner Pete Sampras das Männertennis. Er spielte „Serve and Volley“ und brachte bei extrem kurzen Ballwechseln seine Gegner regelmäßig auf die Verliererstraße. Das war so einseitig, dass man ihn, wenig schmeichelhaft, „Boring Pete“ titulierte.

Vergleichbar ist die Überlegenheit des FC Bayern in der Bundesliga. Ich schau mir Bayernspiele inzwischen nicht mehr an.

Luke Littler, 18 Jahre alt, verteidigte Ende letzten Jahres seinen Weltmeistertitel. Das Wunderkind des DART muss man sich nicht unbedingt antun. Es reicht, wenn man beim Anblick seiner Kunst einmal „Boa“ gesagt hat. Den erwarteten Ausgang des Spiels kann man am nächsten Tag den Medien entnehmen.

Tadej Pogacar ist auch so ein Kandidat. Ob der Leichtigkeit, mit der er alle möglichen Radrennen für sich entscheidet, vermutet man Doping. Es wurde ihm allerdings noch nicht nachgewiesen. Seine Gegner lässt er regelmäßig alt aussehen. Mein Interesse an Rennrad-Events hat dadurch sehr nachgelassen.

Die Skifahrerin Mikaela Shiffrin bildet eine Ausnahme. Sie diktiert seit einigen Jahren das Geschehen bei den Skifahrwettbewerben. 107 Weltcupsiege gehen inzwischen auf ihr Konto. Bei ihr jedoch entsteht keine Langeweile, da ihre Art des Skifahrens eine Augenweide darstellt. Zumindest für mich, ist es ein Genuss.

Die deutschen Rodler und Bobfahrer♂♀ sind Abonnenten auf die vordersten Plätze bei WM, EM und Olympischen Spielen. Maßgeblich gehen die Erfolge darauf zurück, dass es nicht so viele Sportler♂♀ in dieser Sparte gibt (Man schätzt etwa 100 Aktive in Deutschland).  Einen teuren Eiskanal können sich zudem die wenigsten Nationen leisten. In Deutschland wird akribisch an technischen Neuerungen geforscht, die dann den Ausschlag für (Entschuldigung) langweilige Siegesserien geben.

Balthasar der Brillenbär

vom Odernheimer Autor: Benno Gennies.

Das ideale Geschenk für Grundschulkinder ab 5 Jahre.

Zum Lesen, Vorlesen und Anschauen.

Mit Doppelklick auf die Überschrift dieses Beitrags kann man die Kommentarfunktion für eine Bestellung nutzen oder direkt im Rosenweg 11 vorbeikommen und ein Buch mit Widmung erhalten. Preis 10 € (reine Herstellungskosten). Weitere Verkaufsstellen:

Schreibwaren Feickert in Meisenheim

Buchhandlung Russischer Hof in Bad Sobernheim

Dorfladen in Odernheim

Das Aus für´s Marzipanbrot?

Das EU-Parlament hat einem Gesetzentwurf zugestimmt, dass Bezeichnungen wie Fleisch, Wurst, Schnitzel und Steak für vegetarische Lebensmittel verbietet. Es ist ja nicht auszudenken, wenn Fleischliebhaber durch Wortklaubereien reihenweise in pflanzliche Steaks oder Schnitzel beißen würden. Was für die vegetarischen Fleischbezeichnungen gilt, sollte konsequenterweise auch auf andere zweifelhafte Nahrungsmittelbezeichnungen übertragen werden. Neulich öffnete ich unsere Brottrommel und entdeckte ein Marzipanbrot. Hatte hier eine Verwechslung stattgefunden? Solchen Irrtümern sollte die EU vorbeugen. Die Bezeichnung „Marzipanbrot“ wäre dann bald Geschichte. Der Verbraucher sollte hier unbedingt geschützt werden. Den Ausdruck „Fleischkäse“ finde ich übrigens auch irreführend.

„Retten Bäume den Planeten?“

 ist der Titel einer TV-Dokumentation, die mal wieder dazu angetan ist an der Vernunft der Menschheit zu zweifeln.

Zu sehen in der ARTE- Mediathek:

https://www.arte.tv/de/videos/111778-000-A/retten-baeume-den-planeten

Auf den Weltklimakonferenzen 2020 – 2022 verkündeten u. a. Boris Johnson, E. Macron und D. Trump große Aufforstungsprogramme. Eine Billionen Bäume sollen eine Fläche von der Größe Belgiens bewalden und ökologische Wohltaten verbreiten. Sogar ein Pflanzprojekt im Ausmaß der Landesfläche Indiens wird angekündigt. An der Pflanzung von Bäumen scheint nichts falsch zu sein. Es kann unserem Klima ja nur zu Gute kommen, ist die gängige Ansicht. Minister können einer wohlwollenden Presse sicher sein, wenn sie ihr Jackett beiseitelegen und hemdsärmelig mit ein paar Schäufelchen Erde einen Setzling verpflanzen. Doch wenn man der TV-Dokumentation folgt, erweist sich die Mehrzahl der gigantischen Aufforstungsprojekte als Riesenschwindel. Egal, ob in Frankreich, Indien, Portugal oder Brasilien: Die – eigentlich dem Naturschutz dienenden –  Gelder sind bei näherem Hinschauen nicht mehr als Fördermittel für die Holzindustrie. Monokulturen von schnell wachsenden Eukalyptusbäumen. Schier endlose Reihen an Douglasien oder Akazien werden maschinell verpflanzt, in großen Maßstab hochgezogen und verarbeitet. Der stetig wachsende Bedarf an Papier und Verpackungsmaterial verspricht maximalen Reibach auf Kosten der Natur. Mit Hilfe der genehmigten    Fördergelder werden sogar bestehende Wälder mit schwerem Gerät platt gemacht und völlig zerstört. Das Gelände wird dann mit „kompatibleren“ Baumarten bestückt. Das Ergebnis ist erschreckend:   

  • Eukalyptusbäume, die wie Zunder brennen.
  • Monokulturen, die Artenvielfalt nicht zulassen, aber sogenannten Schädlingen Vorschub leisten.
  • Irreparable Schäden am Wasserhaushalt und den betroffenen Böden.
  •  Holzplantagen, die keinem Sturm standhalten.

Die Dokumentation deckt noch einiges mehr an Ungereimtheiten auf (siehe obigen Link).

Was im Großen passiert, geschieht auch im Kleinen.

Der „Öffentlichen Anzeiger“ vom 27.10.25 berichtet unter dem Titel:

„100 Weißtannen gepflanzt.“

von engagierten Feuerwehrleuten in Bärenbach, die mit ihren Kindern einen sinnvollen Beitrag zum Naturschutz leisten wollten. Dies ist lobenswert. Aber, dass der einbezogene Förster, Tobias Helfenstein, und ein Hochschulstudent für Forstwirtschaft eine „Baumpflanz-Challenge“, als einen Akt für die Natur verkaufen wollen, empfinde ich als skandalös. 100 Weißtannen, schön in Reih und Glied gesetzt, sollen zu den bestehenden Douglasien mehr Stabilität schaffen.

 „Uns geht es nicht um Wertholz, sondern um Artenvielfalt und naturnahen Waldbau“ wird Förster Helfenstein zitiert, der übrigens VG Bürgermeister in Kirn werden möchte.

Bei der Anpflanzung von 100 Nadelbäumen kann man jedoch von einer Holzplantage sprechen. Mit der Natur hat dies rein gar nichts zu tun.  Wie soll in einer Monokultur Artenvielfalt entstehen? Außerdem ist bekannt, dass die Weißtanne nach dem Fichtensterben der neue „Brotbaum“ für die Holzwirtschaft werden soll. Ob sich jedoch die Weißtanne für unsere Breiten eignet, ist völlig ungewiss.

In der Odernheimer Gemarkung gibt es relativ wenige Nadelbaum-Monokulturen. Das verschafft uns einen schönen bunten Herbst.

Natürlich ist es legitim, dass die Holzwirtschaft nach Wegen sucht auch zukünftig genügend Rohstoff zu generieren. Die Baumpflanzaktion in Bärenbach sollte dann aber auch diesem Aspekt offen zugeschrieben werden.

Hier – vor allem Kindern –  zu suggerieren man täte etwas für die Natur, fürs Klima und für Nachhaltigkeit, halte ich schlichtweg für Verdummung. Insbesondere von Forstamtsangestellten erwarte ich mehr Kenntnisse über die Ökologie eines Waldes, zumindest aber mehr Ehrlichkeit über das, was sie mit ihrem Handeln bezwecken.

Ein Loblied auf den TVO

Egal, ob Familienfest im Frühjahr, Sportabzeichen-Tag für Grundschulkinder im Spätsommer oder – wie zuletzt – der traditionelle Volkslauf „Rund um den Disibodenberg“, die Veranstaltungen sorgen für Begegnung und bilden – neben den wöchentlichen Sportangeboten – Kitt für das soziale Miteinander im Dorf.

Wie beim diesjährigen SPORTABZEICHENTAG werden unterschiedliche Generationen zusammengebracht. Auf der einen Seite die lebendigen und vor Bewegungslust strotzenden Grundschulkinder, die auch durch kleinere Regenschauer nicht zu bremsen sind. Auf der anderen Seite die zahlreichen Rentner, die sich nicht zu schade sind ab 8 Uhr morgens die einzelnen Stationen für Weitsprung, Ballwurf oder Laufen zu betreuen. Ohne den Einsatz der Senioren wäre die Veranstaltung gar nicht möglich gewesen.

Beim VOLKSLAUF, dessen Organisation ebenfalls viel ehrenamtliches Engagement erfordert, werden eine Menge Helfer♂♀ gebraucht. Auch hier kommen viele unterschiedliche Menschen in Kontakt: Eltern mit ihren Kindern, die sich begrüßen und austauschen. Läufer♀♂, die sich kennen lernen. Streckenposten, die nach dem Weg gefragt werden oder die Frauen, die hinter der Theke unermüdlich Kaffee kochen und den bedürftigen Teilnehmern gespendeten Kuchen verkaufen.

Beim FAMILIENFEST wird fürs leibliche Wohl gesorgt. Schattige Plätze unter dem Blätterdach der Kastanienbäume sind genauso beliebt wie so manche Vorführung der aktiven Turner. Auch hier herrscht rege Kommunikation. Bevölkerungsgruppen aus unterschiedlichsten Kreisen treffen hier zusammen.

Worauf der TVO außerdem sehr stolz sein darf, ist die Tatsache, dass man den Zugang zum Sportgelände fast durchgängig möglich gemacht hat. So ein Angebot ist alles andere als selbstverständlich. Die nicht ganz unberechtigte Angst vor Vandalismus ist gemein hin groß. Hauptsächlich junge Eltern mit ihren Kindern und heranwachsende Jugendliche nutzen zurzeit die Möglichkeiten auf dem Sportgelände. Beliebt sind die Handballtore, die sich zum Draufbolzen anbieten, genauso wie die Weitsprunggrube, in der man versonnen den Sand durchwühlen kann.  Es ist zu hoffen, dass die Nutzer ♂♀ die freie Verfügbarkeit der Sportanlage zu schätzen wissen und verantwortungsvoll damit umgehen. Bis jetzt klappt dies weitgehend reibungslos.

Leider ist die reichhaltige Angebotspalette des TV Odernheim akut gefährdet. Nahezu unmöglich scheint es derzeit Übungsleiternachwuchs zu bekommen, während altgediente Gruppenleiter♂♀ nach und nach ausscheiden. Helfer♂♀ für die Veranstaltungen zu rekrutieren ist regelmäßig mit viel Akquise verbunden. Seit etwa einem Jahr wird ein 1. Vorsitzender♂♀ gesucht.

(tv-odernheim.de)

Aya Cohrssen verstorben

Viele verlieren mit ihrem Tod eine gute Freundin. Mit 71 Jahren musste sie sich am Donnerstag, den 18. September, ihrer Krebserkrankung beugen.

Beruflich bezeichnete sie sich selbst als „Lebensbegleiterin“. Ihr psychotherapeutischer Rat war gefragt. Nahezu bis zuletzt nutzte sie ihr Know-how um anderen Menschen zu helfen.

Sie liebte es zu tanzen, spielte Akkordeon und sang dazu selbstgeschriebene Lieder. Drei Gedichtbände brachte sie heraus. Gerne hätte sie noch ein paar Jahre gelebt.

„Die Wanderschnecke“ war ihr Lied 2009 auf der „Odernheimer Schaubühne“

Auch sie kommt wahrscheinlich aus China:

Die Trauerweide

Ein vielfach besungener Baum („the weeping willow“), der
seit Mitte des 18. Jahrhunderts auch in Europa anzutreffen ist. Durch ihre
hängenden Zweige bildet sie ausladende Kronen, die eine harmonische rundliche Form
ausprägen. Sie versetzt so manchen in eine friedliche, melancholische Stimmung und
bietet gleichzeitig Trost unter ihrem Blätterdach. Kinder wissen sie als Kletterbaum
zu schätzen.

Im Ortsgebiet von Odernheim konnte ich gerade mal zwei Exemplare ausfindig machen.

Ursprünglich war die Trauerweide für unsere Klimazone nicht winterfest genug und konnte erst durch Kreuzung mit der Silberweide den klimatischen Anforderungen gerecht werden.

Von Napoleon wird erzählt, dass er auf Elba einen Lieblingsplatz unter einer Trauerweide hatte und dort auch begraben werden wollte.

Die Trauerweide liebt durchfeuchtete Böden und steht häufig an Flussufern oder an einem Teich. Dass Trauerweiden Blitze anziehen, konnte wissenschaftlich nicht untermauert werden.

(Quelle: „Bäume“, Kosmos Naturführer, 2. Auflage 2003)

„Das Ende des Kapitalismus“

Ulrike Hermann, Journalistin für Wirtschaft bei der TAZ hat einen Bestseller geschrieben. Auch wenn ihre ersten Kapitel zum Thema „Englische Kriegswirtschaft“ zumindest sehr umstritten sind, so ist der 2. Teil des Buchs klar recherchiert und räumt auf mit der Illusion, dass eine grüne Wirtschaft zum Wohle von Natur und Mensch wachsen könnte. Klug durchgerechnet kommt Ulrike Hermann zu dem Fazit, dass wir weg müssen vom konsumgesteuerten Wachstum, auch um den Menschen nach uns eine lebenswerte Welt zu hinterlassen.

Doch ob ihre Idee des sinnvollen Wirtschaftens praktisch realisierbar ist, bleibt fraglich. Immerhin ist es eine Idee.

Wie der herrschende Kapitalismus u.a. sein Zerstörungswerk fortsetzt, zeigen zwei aktuelle Beispiele:

UN-Konferenz zur Vermeidung von Plastik.

Es gehört nicht viel Fantasie dazu, dass wir am Mikroplastik früher oder später zu Grunde gehen werden. Über die Nahrungsaufnahme und Inhalation werden unsere Körper so stark befallen, dass massive gesundheitliche Probleme die Folgen (sind) sein werden. Mikroplastik wurde bereits in menschlichen Gehirnen und in der Leber nachgewiesen. Jedem auf diesem Kongress müssten die Folgen seines ♂♀ Abstimmungsverhaltens klar gewesen sein.

Trotzdem scheitert der Kongress an seinem Ziel – Plastik einzudämmen –  kläglich. Die Erdölstaaten legen bei der Abstimmung ihr Veto ein. Oel ist der Rohstoff für die Plastikproduktion und sie sind nicht bereit wirtschaftliche Einbußen hinzunehmen.

Beispiel zwei: Ich lese in der Zeitung, fast schon als Vorwurf, dass manche Schulen noch keine Klimaanlagen hätten. Die Hersteller solcher Anlagen sehen blühende Geschäfte dank Hitzetagen. Dass Klimaanlagen zusätzlich Wärme nach außen abgeben, viel Energie verbrauchen und problematische Kältemittel eingesetzt werden, kommt in dem Artikel nicht vor. Geschäft hat im Kapitalismus Vorrang, auch wider alle Vernunft.