Denjenigen, die mit offenen Augen durch die Reste von Natur gehen, wird in letzter Zeit etwas aufgefallen sein: In diesem Frühjahr hat sich die Pflanze mit Namen „Aronstab“ ungewohnt häufig verbreitet. Der Aronstab ist eine giftige und zugleich fleischfressende Pflanze, die vorzugsweise dort wächst, wo es schattig ist. Sie liebt lehmige und nährstoffhaltige Böden. Doch in diesem Jahr passt sie sich sehr unterschiedlichen Untergründen an. Ist dies einem Anpassungsprozess an die Klimakatastrophe zu verdanken?


Auf jeden Fall sollte man sich ihr -wenn überhaupt- sehr vorsichtig nähern. Ein kleiner Kolben -umgeben von einem bleichen Hüllblatt- verströmt Aasgeruch, um vor allem Insekten anzulocken. Die Innenseite des Hüllblatts ist so glatt, dass Insekten darauf unweigerlich in den Blütentrichter rutschen. Doch auch Menschen sollten achtgeben und auf keinen Fall einen Finger in die Blüte stecken. Sie greift blitzartig zu und ist nur äußerst schwer wieder vom Finger zu lösen. Der Notdienst sollte sofort gerufen werden, damit die Pflanzenteile operativ entfernt werden können. Ansonsten findet relativ schnell ein Zersetzungsprozess statt.

Außerdem lässt die erweiterte Verbreitung der Pflanze befürchten, dass die vom Bewuchs betroffene Landschaft zu Ödland verkommt. In Südeuropa wurde dies bereits beobachtet.

