Verbote

schränken die Freiheit ein und sind nicht sehr beliebt. Der Vorteil von Verboten: Sie werden in der Regel schriftlich festgelegt und bleiben der Nachwelt häufig erhalten. Dies wiederum eröffnet den Blick auf Sitten und Gebräuche vergangener und fremder Kulturen.

Im 17. Jahrhundert gab es ein Spiel, das sich „Colf“ nannte und in den niederländische Provinzen äußerst beliebt war. Es war so etwas wie die Urform des heutigen Golfspiels. Man spielte mit einem Schläger und einem hölzernen Ball. Bei einer Variante des Spiels legte man Start und Endpunkt einer Strecke fest und versuchte in möglichst wenigen Schlägen das Ziel zu erreichen. Als Ziel dienten unter anderem Türpfosten, Burgtore u. ä. m. Nachweislich gingen häufiger Kirchenfenster zu Bruch und nicht selten kamen Passanten zu Schaden.

Folge waren Verordnungen, Verbote und Strafen, die bis heute überliefert sind:

  • 20 Schilling Bußgeld, wer beim „Colven“ in Kirchennähe erwischt wurde
  • Sofortige Entkleidung auf offener Straße
  • Beschlagnahmung der Schläger

Quelle: Ausstellungsschrift, „Colf.Kolf.Golf“, 1982

In der Hauptstadt der Karibikinsel Dominica gab es ein Kino, dass ich dort 1981 zufällig wahrnahm. Ein handbeschriebenes Schild hing am Eingang und listete Verhaltensregeln auf: Verboten waren u.a. Schwimmhosen, Barfüßigkeit, dreckige Kleidung, nackter Oberkörper und Sporthosen. Dazu mussten Rastalocken bedeckt sein.

Mangos, Wassermelonen, Feigen und Kenips (Snack, bei dem Reste von Fruchtfleisch ausspuckt wurden) waren ebenso verboten wie die Mitnahme von Radios.

Bei Verstößen behielt sich das Management vor, die betreffenden Personen des Kinos zu verweisen.

Welche Männer gehen eigentlich mit Schlittschuhen auf die Toilette?

Den meisten Männern hingegen, dürfte die verbotene Sitzhocke auf der Frauentoilette unbekannt sein.

Gesehen in den Frauen-Waschräumen eines Campingplatzes.

Dies erklärt auch, dass man Frauen öfter mal nachsagt, öffentliche WCs nicht unbedingt sauberer zu hinterlassen als Männer.

Zum Glück gibt es Verbote und Gesetze, die unser Zusammenleben regeln und der jeweiligen Kultur Struktur geben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert