Der Odernheimer Block geht ins 5. Jahr.

2023 gab es 24 Beiträge mit insgesamt 5836 Klicks.

Die meisten Follower (713) hatte der Artikel „2023  Ein Jahr der Bescheidenheit?“ Im Schnitt hatte jeder Beitrag 250 LeserInnen. Das ist unwesentlich weniger als im Vorjahr, erklärt sich aber durch die zweimonatige Pause zu Beginn des Jahres.

Es gibt Hoffnung

Der „Odernheimer Block“ wünscht allen Lesern und Leserinnen alles Gute für das Jahr 2024

Bringt das Abenteuer direkt in die gute Stube

„Balthasar der Brillenbär“ ist ein spannendes Buch für Kinder ab 4 Jahre. Geschrieben und illustriert vom Odernheimer Autor Benno Gennies.

Bei Interesse mit Hilfe der Kommentarfunktion (Doppelklick auf Überschrift dieses Beitrags) Kontakt aufnehmen. Erhältlich ist das Buch auch im Dorfladen und im Minimarkt.

Polarsternlicht

Ein kleines Dorf,
die Kirche in der Mitte
Schwarz, hebt sie sich
von der Dämmerung ab
Anheimelnde Lichter
vereinzelt in den Häusern.

Aber mich
zieht das Polarsternlicht
Eine weite Wand
ganz oben der Stern
Pan ruft mich
und ich komme zum Meer
Das Wasser umspielt meine nackten Füße
Eiskalt umschließt mich die See,
dunkel …

Aber mein Ziel
ist der warme Horizont
Ersehnte Ruhe
direkt unter dem Stern.

Ich fühle 
die Dämmerung wird mein Morgenlicht
Mein Körper wird warm, heiß
wächst in mir die Kraft
zu kraulen in die Unendlichkeit

Mein rot schäumendes Temperament
wird im Zaum gehalten
durch den weißen Stern dort oben
Herrliches Gleichgewicht
in vollendetem Glück.

Hinter mir schließen sich die Wolken,
das dunkle Ufer ist entschwunden.
                                                                                                                     Autorin unbekannt

Kraniche über Odernheim

Zu tausenden zogen gestern die Kraniche über Odernheim hinweg. In großen Schlieren und Schleifen, begleitet von den aufgeregten Kruh-Kruh-Rufen, brauchten sie etwas Zeit, um sich dann wieder am Lauf des Glans zu orientieren. Sie streben nach Frankreich und überwintern schwerpunktmäßig in Spanien, manche auch im Norden Afrikas. Wenn die Anzahl der Vögel mit der zu erwartenden Temperatur korrespondieren sollte, dann wird’s in ein paar Tagen richtig kalt.

Mich persönlich begeistert und fasziniert dieses Naturschauspiel und ich stelle häufiger ernüchtert fest, dass viele Kinder keine Ahnung haben, was sich da direkt vor der Haustür am Himmel abspielt. Viele Erwachsene leben es sicherlich vor, wenn sie gebannbeugt auf ihr Smartphone schauen und nicht die präsenten Rufe hören, nicht die Linien und Buchstaben sehen, die von  den Kranichen ins Grau und Blau des Himmels gezeichnet werden.  Auch heute waren noch hunderte der stolzen Vögel unterwegs.

Zerstörung durch Pflegeeinsätze

Die Aufgaben der Gemeindearbeiter …

… sind vielfältig.  Die Angestellten der Ortsgemeinde sorgen für Instandhaltung und Pflege gemeindeeigener Grundstücke, warten Baumaschinen und den Gerätepark, leisten Reparaturarbeiten beispielsweise in der Kita und anderen Einrichtungen. Sie werden eingesetzt bei Erdbewegungsarbeiten, Strauch- und Baumschnitt, helfen bei Veranstaltungen, pflegen Grünanlagen, wässern Bäume in Hitzesommern. Für die anfallenden Arbeiten sind die Gemeindearbeiter unverzichtbar für jede Ortsgemeinde.

Bei all den Anforderungen werden sie jedoch einer Sache nicht gerecht.  Ausgerechnet bei der Pflege von Bäumen, die auf den öffentlichen Rasenflächen stehen, richten sie großen Schaden an. Schätzungsweise jeder zweite Baum ist durch unprofessionellen Einsatz von Freischneidern nachhaltig geschädigt.  Es ist scheinbar wichtiger das Gras bis zum letzten Zentimeter am Stamm des Baumes kurz zu halten, als sich mit Bedacht den Bäumen zu nähern und Abstand zu wahren, Der Stammbereich kurz oberhalb der Grasnarbe wird regelmäßig geschlitzt und dadurch die Versorgung der Baumkrone massiv geschädigt. Die verletzten Stellen sind Eingänge für Pilzbefall und andere Krankheiten. Dies bedeutet eine eklatante Schwächung der Bäume, die im Zusammenwirken mit Dürreperioden den Tod der Gewächse bedeuten kann.

Betroffen sind vor allem Bäume auf der Ausgleichsfläche entlang der Pauline-Mohr-Str. Desgleichen am Glanweg, wo die Böschung jährlich übergründlich mit den Messern der Freischneider bearbeitet wird. Selbst die Bäume, der vor drei Jahren angelegten Allee, auf der Staudernheimer Straße sind genauso betroffen, wie der kürzlich ersetzte Einheitsbaum auf dem Gelände des Kriegerdenkmals in der Bahnhofstr. Wenn der Baum auch nicht gleich eingeht, so wird die Lebenszeit der Bäume massiv verkürzt. Leider ist dieser Missstand nicht in Odernheim allein anzutreffen. Überall in den Ortsgemeinden erfahren die Straßen- und Parkbäume gleiche Geringschätzung und man leistet sich dabei nicht nur einen ökologischen, sondern auch einen finanziellen Verlust. (ein Alleebaum hat einen Wert von etwa 500 -1000 €) Ein gestutzter Rasen steht höher im Kurs als der Erhalt von Sauerstoff – und Schattenspendern. Mit Vernunft hat das nichts zu tun. Dann schon eher die Reduzierung von Mäharbeiten, zugunsten einer reichhaltigeren Flora, die den Insekten zu Gute kommt. Unter dem Motto : Wiese statt Rasen, könnten zahlreiche Arbeitsstunden und Materialkosten eingespart werden.

„Wir werden alle sterben.“

Ein Satz, der uns im ersten Augenblick vielleicht einen kleinen Schock versetzt. Ein Satz, der einem spannenden Katastrophenfilm entnommen sein könnte. Ein Satz, dem möglicherweise die Vorahnung apokalyptischer Folgen der Klimakatastrophe zugrunde liegt. Dabei ist es nur ein Satz, der lapidar eine unumstößliche Wahrheit benennt. Und es tut dabei nichts zur Sache, ob Krebs, Herzinfarkt, Mord oder Krieg, Flugzeugabsturz oder Liebeskummer unser Ende besiegelt.

Da wir alle mehr oder weniger am Leben hängen, auch am Leben unserer Nächsten, ist jedes Dahinscheiden mit Verlust und Trauer verbunden, egal wie der Tod zustande kommt. Auch wenn er sich ankündigt, fällt es uns schwer ihn zu realisieren. Trotzdem ist es gut nicht zu wissen was uns nach dem Tod erwartet. Gewissheit wäre in diesem Zusammenhang eine Katastrophe. Einen gewissen Trost scheinen Sinnsprüche, Lyrik und Poesie spenden zu können, die wir in Todesanzeigen lesen können.

Welchen Aphorismus würdest du dir zu deiner Beisetzung wünschen?

Ein paar Beispiele:

Leben aber muss man das ganze Leben hindurch lernen, und worüber du dich vielleicht noch mehr wundern wirst: Auch sterben muss man das ganze Leben lernen.                                                                             Seneca

Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt.
Ein Mensch, der immer für uns da war, ist nicht mehr.
Er fehlt uns.
Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen,
die uns niemand nehmen kann.    AutorIn unbekannt

Es sind die Lebenden,
die den Toten die Augen schließen.
Es sind die Toten,
die den Lebenden die Augen öffnen.                      Slawisches Sprichwort

Mein Favorit wäre dieser Haiku:

Ein jeder steht allein auf dem Herzen der Erde, getroffen von einem Sonnenstrahl. Und schon ist es Abend.                                                   Salvatore Quasimodo

Um die Thematik zu vertiefen noch zwei Links:

Warum gerade ich

„Gar lustig ist die Jägerei, …“

Eine Polemik > Schluss mit lustig

"Der Struwwelpeter" von Heinrich Hoffmann
Aus „Der Struwwelpeter“ von Heinrich Hoffmann

Die Grünröcke und ihr Wirken haben Tradition. Die herrschenden Strukturen bestehen z.T. schon seit Jahrhunderten. In Zeiten, als der Adel noch zur Diplomatenjagd lud und „Halalis“ durchs Horn schmetterte, waren Begriffe wie Naturschutz oder Tierwohl noch unbekannt.  An diesen vergangenen Zeiten aber, hängt der Jäger.   „… er schießt das Wild daher, gleich wie es ihm gefällt“, klingt es noch aus der Vergangenheit nach. Fast schon verzweifelt kämpft die Jägerschaft u.a. um den Erhalt der Trophäenjagd – mit oder ohne Schrotkugeln – und will nicht von der Wildfütterung lassen. Doch die Zeiten ändern sich. Die Natur ist massiv bedroht und die Rolle der Jäger ist ein verfilzter Zopf, der schon lange abgeschnitten gehört. Eine geballte Lobby, macht nun Stimmung gegen ein neues Gesetz, dass der Natur und den bedrohlichen Entwicklungen der Klimakatastrophe entgegenwirken will. Täglich bekommen wir aufgezeigt, dass wir nicht so weiter machen können wie bisher: Weltweite Waldbrände, Gefährdung der Trinkwasserreservoire seien nur beispielhaft genannt. Die Jägerschaft (und viele andere auch) haben diesen Schuss noch nicht gehört. Ähnlich wie die Landwirte, die im Zuge der Gülleverordnung allen Ernstes forderten, dass man wegen zu hoher Werte an anderen Stellen die Nitratbelastung ermitteln sollte, fordert die Jägerschaft völlige Rücknahme des Gesetzentwurfs. Keine Gedanken, geschweige denn Ideen, wie man sinnvoll auf die dramatischen Entwicklungen der Naturzerstörung antworten könnte. Nein! Es soll alles bleiben wie es ist. Die pure Ignoranz schlägt Katrin Eder, der Umweltministerin, entgegen. Man muss ihren Mut bewundern und ihr gebührt Anerkennung für das ins Auge gefasste Gesetz.  Wenn man mit realistischen Vorstellungen in die Zukunft schaut, gehört die Jagd in der heutigen Form abgeschafft. „Ranger“, die sich dem Wohl der Natur und der Umwelt verpflichtet fühlen, sollten die Jäger mit all ihren überkommenen Traditionen langsam aber sicher ablösen. Vielleicht können Jäger in Zukunft ihr „Knowhow“ als verbeamtete Naturschützer einbringen. Die Wälder, mitsamt ihren Bewohnern sind ein zu hohes Gut, als dass man sie dem Eigennutz einer elitär tradierten Jägerschaft überlässt.

Keine  Bundesjugendspiele   >>>>   keine Medaillen ?

Die Kinder tun nichts recht gut, als was sie gerne tun, wobei sie ihre Seelenkräfte am besten entwickeln. Hieraus folgt, dass man alles, was sie lernen sollen, so einrichtet, dass sie es gerne tun.

Friedrich August Wolf (1759 – 1824), deutscher Pädagoge, stand in Verbindung mit Goethe, W. v. Humboldt und Schiller (Quelle: Aphorismen.de)

Die  Abschaffung der Bundesjugendspiele ändert am Leistungsprinzip in der Schule nichts. Ein oder zweimal im Jahr durchgeführt, haben sie ohnehin nicht die Bedeutung, die man ihnen beimisst. Der Leistungsgedanke und andere als Konkurrenten zu sehen ist den Kindern jedenfalls nicht in die Wiege gelegt. Er wird nach meiner Erfahrung anerzogen, wie es sich für eine kapitalistisch geprägte Leistungsgesellschaft gehört.  Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, dass wir „Ehrgeiz“ als positiv besetzten Begriff handhaben? Widerspricht es nicht dem Fairplay-Gedanken, wenn man um die Ehre geizt?

Beim Sportabzeichentag des TVO letzte Woche (vergleichbar mit den BJS) konnte man Motivation und die Bewegungsfreude der  Odernheimer Grundschulkinder beim Laufen, Werfen und Springen hautnah miterleben. Ein Vergleichen der Leistung spielte nur eine untergeordnete Rolle. Im Vordergrund stand m. E. die Neugierde und Lust auf neue Bewegungserfahrungen. Mit einer eindimensionalen Betonung der gemessenen Leistungen richtet man eher Schaden an (mit unten angeführten Folgen), so dass ich eine Abschaffung der Bundesjugendspiele nachvollziehen kann. Aber, warum fragt man die Kinder eigentlich nicht selbst, ob sie die BJS abschaffen oder beibehalten wollen?  Es wäre die Gelegenheit gewesen Mitbestimmungsrechte von Kindern mal in die Praxis umzusetzen.

Den Schulen wird unterstellt sie würden Leistung nicht mehr einfordern, deshalb gingen die Deutschen bei Medaillenvergaben vermehrt leer aus. Diese Behauptung geht komplett am eigentlichen Dilemma vorbei.  Nicht die fehlenden Medaillengewinner sind das Problem, sondern die vielen jungen Menschen, die nach Beendigung der Schulzeit nur Negatives mit dem Sport verbinden und keinerlei Veranlassung verspüren sich weiter sportlich zu betätigen.  Allein der Geruch eines Umkleideraums reicht vielen schon, um Sporthallen und –plätze zu meiden.   

Die  Journalisten-Plattform „Krautreporter“ führte eine Umfrage zu den Erfahrungen im Schulsport mit 5000 Teilnehmern durch. Das Ergebnis: „viele traurige und schockierende Geschichten. Mehr als 80 Prozent der Teilnehmenden gaben an, ihre Erfahrungen im Sportunterricht hätten dazu beigetragen, dass sie noch immer nicht gern Sport treiben.  (Quelle)  https://www.spektrum.de/news/sportunterricht-was-laeuft-schief-im-schulsport/2019676

 In den Grundschulen zeigt sich noch nichts von dieser Problematik. Hier trifft man eher auf den Umstand, dass es trotz des Bewegungshungers in diesen Altersklassen keine tägliche Sportstunde gibt. (Die berechtigte Forderung danach wurde schon vor 120 Jahren gestellt.)  Im Gegenteil: Sport fällt wesentlich häufiger aus als andere Fächer. Ein Grund dafür: In Kitas und Grundschulen stellen Frauen die Mehrzahl des pädagogischen Personals. Nachweislich haben Frauen eine wesentlich geringere Affinität sich sportlich zu betätigen, als Männer.  Quelle:  https://www.frauenrat.de/wp-content/uploads/2017/07/CEDAW-Hintergrundpapier-Sport-und-Geschlecht.pdf.

Eltern, KitaerzieherInnen und LehrerInnen sind die Vorbilder,  auch wenn es um Bewegung geht.  In der Regel erleben Kinder ihre Bezugspersonen hauptsächlich sitzend, stehend oder liegend. Dazu kommt eine echte Bewegungsverarmung in unserer Gesellschaft schlechthin. Es fängt an mit dem Elterntaxi zur Schule und endet damit, dass beispielsweise Tanz nur noch ein Schattendasein in unserer Kultur fristet. Wie bekannt, hat dies gravierende Folgen für die Gesundheit unserer Gesellschaft, die dazu mit enormen Kosten verbunden sind.

In den weiterführenden Schulklassen, wenn auch die Pubertät vermehrt eine Rolle spielt, kommt der Umstand hinzu, dass jeder sehen kann wie man sich bewegt. Dies wird u.U. auch noch mit Noten bewertet. Wenn sich dann andere über einen lustig machen, ist das ziemlich gnadenlos und kann traumatisierend sein. In den theoretischen Fächern passiert dies nicht so. Schlechte Noten kann man leichter für sich behalten und man steht in diesem Moment nicht im Fokus der gesamten Klasse.

Die Thematik beinhaltet viele Aspekte und es lohnt sich über die Bundesjugendspiele hinaus zu denken, um dann folgerichtige Schlüsse daraus zu ziehen.

Kein Schwan zieht mehr seine Bahn auf Odernheims Glan

Vergangene Woche wurde Ludwig, der Schwan, am Ufer des Odernheimer Glans tot aufgefunden. Möglicherweise ein Fuchs hatte dem Höckerschwan den Garaus gemacht. Vom Kopf abgetrennt, mit gebrochenen Flügeln lag er auf der Wiese eines Privatgrundstücks. Die Gemeindearbeiter nahmen sich des Kadavers an. Noch am 16.01. 2022 hatte ich die, wie selbstverständlich anmutende Anwesenheit von Ludwig, in einem Block-Beitrag gewürdigt.

Viele werden es nicht bewusst wahrnehmen, aber der Glan wirkt jetzt seltsam leer.

Vor mehr als zehn Jahren, zog es den Schwan nach Odernheim, nachdem man versucht hatte mehrere Schwäne in Meisenheim anzusiedeln. Den Schwänen sagte das Umfeld  jedoch nicht so zu, und einer von ihnen machte sich in Odernheim ansässig. Hier fühlte er sich offensichtlich wohl. Etwa 12 bis 16 Jahre können Schwäne in freier Wildbahn alt werden. Es ist ein schwacher Trost, dass Ludwig dieses Alter immerhin erreicht hatte. Vor allem die Kinder der Grundschule werden ihn vermissen. Auf ihrem Nachhauseweg über die Brücke lohnte sich immer mal wieder ein Blick auf das stolze Tier.