2023. Ein Jahr der Bescheidenheit?

Züge kommen zu spät oder gar nicht. Warme Heizungen im Winter sind nicht mehr selbstverständlich. Mühsam Erspartes wird von der Inflation aufgefressen. Im Supermarkt muss man sich in zweierlei Hinsicht überlegen, ob man sich Steaks noch leisten kann. Ärzte und Krankenhäuser werden knapp, genauso wie Zugbegleiter, Lokführer, Busfahrer, Krankenschwestern, Pfleger, Kita-Erzieher*innen. Und Ersatzteile sind schwer zu beschaffen, genauso wie Lehrer*innen.

Die alte Ordnung zerfällt

Für Leute, die die Ordnung lieben, sind harte Zeiten angebrochen. Auch jene, die chaotische Zustände als beängstigend erleben, sind zunehmend gefordert.  Wobei wir von wirklichem Chaos noch sehr weit entfernt sind, nicht nur mit Blick auf die Menschen, die in der Ukraine ums Überleben kämpfen. Bescheidenheit ist angesagt. Der – seit Ende des zweiten Weltkriegs –  stetig angewachsene „Wohlstand“ (in gewisser Weise gipfelnd im Sparkassen-Werbespot von 1995: „Mein Haus, mein Auto, mein Boot“) stellt eine gravierende Ursache für die Klimakatastrophe und eine Wohlstandsverwahrlosung dar. Der Begriff „Wohlstand“ sollte neu definiert werden!

In den kommenden Jahren gilt es Frustrationstoleranz zu entwickeln. Ein gewisser Langmut kann die Lebensqualität verbessern. Das Jonglieren mit verspäteten Zügen, ausbleibenden Ersatzteillieferungen etc. fordert Geduld, Kreativität und die Fähigkeit zu improvisieren. Das kann auch Spaß machen …

Der „Odernheimer Block“ geht ins vierte Jahr

… nach wie vor Spaß macht mir das Schreiben für den „Odernheimer Block“, der jetzt in sein viertes Jahr geht und eine kleine Pause von zwei Monaten einlegt. Die Anhängerschaft des Blocks ist stetig weiter gewachsen. Pro Beitrag gab es durchschnittlich 280 Klicks. Der meistgelesene Beitrag (575 Klicks) betraf die Trinkwasserqualität in Odernheim. Ich freue mich übrigens über jede Rückmeldung. Das muss nicht unbedingt als Kommentar sein (würde auf Wunsch auch anonymisiert), aber sollte ein Beitrag mal Gesprächsthema werden, wäre das eine besondere Freude für mich.

 Anfang März wird sich der „Odernheimer Block“ wieder abseitigen Themen, der Satire und Odernheimer Besonderheiten widmen.

Der „Odernheimer Block“ wünscht allen seinen Lesern ein zufriedenstellendes Jahr 2023

B.G.

BERUFKRAUT

Der Name „Berufkraut“ stammt aus der Zeit des Sprachgebrauchs vor Martin Luther. „Berufen sein“ bedeutete so viel wie verhext sein. Das Berufkraut wurde als Heilkraut in einem Sud eingesetzt. Durch Waschungen sollte sich der Befall (die Krankheit) auf die Pflanze übertragen.

Seit Mitte Juni blüht ununterbrochen ein prächtiger Strauß dieser anpassungsfähigen Pflanze in unserem Hinterhof. Er hat dazu nur ein 2 Euro-großes Loch in einer Betonfläche zur Verfügung. Jedes Mal, wenn ich daran vorbei gehe, staune ich und kann mich am Anblick der zarten Blütenpracht mitten im Dezember erfreuen. Auch Insekten verschmähen den Nektar der Pflanze nicht. Dank der Klimakatastrophe hat die Pflanze ihren Blütezeitraum um sage und schreibe drei Monate verlängern können.

Im 18. Jahrhundert soll das Berufkraut aus Nordamerika eingeführt worden sein. Es galt als Zierkraut, was es bis heute zweifellos ist. In der Schweiz jedoch steht das Berufkraut auf der „Schwarzen Liste“  und wird bekämpft, da es bestimmte einheimische Pflanzen zu verdrängen scheint. Dies hat man hier in  Deutschland noch nicht feststellen können.

Quelle: https://www.ninjoverde.de/berufskraut-schoener-neophyt-stehen-lassen-oder-bekaempfen/

Von Schiller und hohlen Gassen

Odernheim hat schöne Örtlichkeiten. Eine Stelle, die ich besonders mag, ist der kleine schmale Weg zur südlich gelegenen Glanbrücke. Wenn man der Bahnhofstraße Richtung Glan folgt,  führt dort eine kleine Hohlgasse zum Fluss. Da, wo die Brücke beginnt, hat man quasi den Geburtskanal passiert und fühlt sich dann am gegenüberliegenden Glanufer wie neu geboren.

Zusätzlich zu dieser Vorstellung habe ich eine weitere Assoziation: Immer wenn ich diesen Weg gehe, kommt mir das Zitat aus  „Wilhelm Tell“ *  in den Sinn:

„Durch diese hohle Gasse muss er kommen …“

Und jedes Mal frage ich mich, wieso sich dieses Zitat mir so eingeprägt hat. Während meine Eltern noch davon berichteten, dass sie Schillers „Lied von der Glocke“ (ein ellenlanges Gedicht) in der Schule auswendig aufsagen mussten, habe ich von Schiller eigentlich nie etwas gelesen. Wieso kenne ich dann dieses Zitat, dass auch vielen Älteren ziemlich geläufig ist. Viel Gelegenheit so einen Satz im Alltag unterzubringen gibt es ja nicht. Im Vergleich zu heute, gab es zu Schillers Zeiten sicherlich wesentlich mehr hohle Gassen. Und einem missliebigen Kontrahenten, wie im „Wilhelm Tell“, lauert man heutzutage auch nicht mehr so häufig auf. Also, was ist das Geheimnis für die Langlebigkeit dieses Zitats?

Für Vorschläge: Doppelklick auf der Überschrift dieses Beitrags.

*Das ist der Vater, der mit der Armbrust seinem Sohn einen Apfel vom Kopf schoss

Arme hoch !?

Vor knapp zwei Wochen fand zum 35. Mal der Volkslauf „Rund um den Disibodenberg“ in Odernheim statt. Vom TVO wie immer gut organisiert, begaben sich mehr als hundert Teilnehmer auf die Strecke. Damit sich keiner verläuft, war ich einer von mehreren Streckenposten und beobachtete Folgendes:

Bei dem Lauf der SchülerInnen hatte sich ein etwa 13jähriges Mädchen überschätzt und war zu schnell angegangen. Sie japste nach Luft und musste ins Gehtempo übergehen. Ein Vereinsbetreuer nahm sich ihrer an und gab den gut gemeinten Tipp: „Nimm die Arme hoch und dann tief durchatmen!“ Später sah ich eine ähnliche Szene. Der Ratschlag war der gleiche.

Doch ist das wirklich eine Hilfe? Ich sage dazu ein klares „Nein“. Jeder kann es direkt ausprobieren. Kann man besser einatmen, wenn die Arme nach oben gestreckt sind oder wenn sie entspannt seitlich am Körper herunterhängen? Schaut man sich beispielsweise professionelle Mittelstreckler (400m-1500m-Läufer, die beim Endspurt oft an, bzw über ihre Grenzen gehen) beim Zieleinlauf an, lassen sie sich fallen oder sie nehmen diese Haltung ein:

Beide Positionen sind keiner Lehre entsprungen. Der Körper folgt einem natürlichen Bedürfnis. Die Haltungen sorgen dafür, dass Brust- und Rumpfmuskulatur entspannt bleiben. So kann sich das Zwerchfell frei senken und heben, genauso wie die Rippen. Mit dem Heben der Arme bringt man Spannung auf den Brustkorb und erschwert die Atmung.  Es spricht aber nichts dagegen, es beim erfolgreichen Überqueren der Ziellinie zu tun.

Forstamt Soonwald

Die Öffentlichkeitsarbeit des „Forstamts Soonwald“  ist beeindruckend. Mit aufgerüttelt durch die massive Kritik des Peter Wohlleben (Autor des Buches  „Der Wald“)  ist das „Forstamt Soonwald“ inzwischen proaktiv in Sachen Imagepflege und Vermarktung der eigenen Arbeit. Nach der Teilnahme an einer Soonwald-Exkursion bekam ich wie jeder andere Teilnehmer einen Stoffbeutel mit acht Hochglanzbroschüren zu verschieden Themen. Dazu ein Halstuch mit dem grünen Forstamt-Logo und einen aus Holz gedrechselten Einkaufswagen-Chip.

Obwohl Peter Wohlleben so eine Art Stichwortgeber für den Werbefeldzug des Forstamtes zu sein scheint,  wird sein Name möglichst nicht in den Mund genommen. Er ist bei den Forstämtern als Nestbeschmutzer verhasst. Ziel der Öffentlichkeitsarbeit  ist das Herausstellen der ökologischen Aspekte und der dramatischen Auswirkungen, die der Klimawandel hinterlässt. Dabei geht es den Forstämtern –  und das ist bis heute ihr vorrangiger Auftrag –  vor allem um den Forstbetrieb und die Bilanzen der Holzwirtschaft. Natürlich müssen die Forstbeamten zwangsläufig auch die negativen Auswirkungen ihrer eigenen Handlungsweise der Vergangenheit korrigieren und kritisch hinterfragen. Schließlich geht es um den Fortbestand ihrer Einnahmequelle. Weitere Geschäftsfelder sind die Jagd (ein Wildverarbeitungsbetrieb ist dem „Forstamt Soonwald“  angehängt) und auch die Nutzung der Windkraft im Wald scheint den Forstämtern eine lohnendes Geschäft zu sein.

Die Dürre greift um sich, auch im Soonwald

Zwei weitere Schwerpunkte sieht das Forstamt in der Erholungsfunktion des Waldes und in ökologischen Aspekten der Natur. Umweltbildung, „Tag des Baumes“, Exkursionen etc. werden organisiert,  die dann vor allem auch die Holzwirtschaft ins rechte Licht rücken sollen. Oft fällt dabei das Wort nachhaltig. Ein Wort, das auch in anderen Zusammenhängen nachhaltig missbraucht wird. Wenn Forstämter von Nachhaltigkeit sprechen, meinen sie in erster Linie, dass genügend Holz zur Bewirtschaftung nachwächst. Mit ökologischen Aspekten hat dies nur entfernt zu tun. Immerhin nutzt das Forstamt (durch Fällung) ¾ des Holzzuwachses. Ökologisch kann dies nicht sein, genauso wie die Wahl der Baumarten, die nachgepflanzt werden. Da die Fichte flächendeckend eingeht, konzentriert man sich jetzt schwerpunktmäßig auf die Weißtanne. Sie wurzelt tiefer, kann also eher Wasser generieren und soll resistenter gegen Windwurf sein. Dabei ist die Weißtanne durchaus auch anfällig gegen „Schädlinge“ ( z.B. Weißtannentrieblaus). Wegen ihrer genetischen Variabilität ist es schwer einzuschätzen, ob die künstliche Verbreitung der Weißtanne von Erfolg gekrönt sein wird. Tatsache ist, dass sich das Forstamt primär davon leiten lässt, welche Baumarten später den größten finanziellen Gewinn abwerfen.

Bei der Exkursion, an der ich teilnahm,  wurde auch das Thema Starkregen angesprochen. Überschwemmungen vor allem im Bereich der Ortschaften Winterbach und Winterburg (Juni 2021) brachten auch das „Forstamt Soonwald“  in Zugzwang. Wenn man die erneuerten Wege betrachtet, wird einmal mehr deutlich, dass man sich in puncto Ökologie vielleicht Gedanken gemacht hat, die Maßnahmen, die ergriffen wurden jedoch vor allem dem forstwirtschaftlichen LKW-Verkehr nutzen. Wassergebundene Wegedecken, ausladend breit, mit parallel verlaufenden Wassergräben und quer verlaufenden Abschlägen, die das Wasser verteilen sollen. Die riesigen Kunststoffrohre sind dabei eklatante Fremdkörper im Wald. Ein Konzept, das natürliche Vernässungsflächen  entstehen lassen könnte,  wurde nicht weiter verfolgt. Wie wäre es, die asphaltierten Waldwege (aus den 70er Jahren?) zu entsiegeln? Die aus preußischer Zeit stammenden rechtwinkligen, oft grob geschotterten Wege sind jedenfalls für Erholungssuchende und Wanderer kein Vergnügen.

Wirtschaftliche Nutzung und ökologisches Handeln müssen bei der Waldbewirtschaftung Hand in Hand gehen. Das Forstamt Soonwald hat dies weitgehend begriffen und stellt in einer Art  „Greenwashing“ die ökologischen Aspekte bei der Öffentlichkeitsarbeit heraus. Mich beruhigt und überzeugt das nicht! Ich sehe vor allem die durchscheinenden  Prämissen des Forstamts: Holzverkauf, Wildvermarktung, Energiegewinnung durch Windradansiedlung.  Die Politik bei der Neuanpflanzung von Bäumen, der Wegebau, Wildhaltung sind diesen Zielen untergeordnet. Begriffe wie: Ökologie und Nachhaltigkeit verkommen so zu leeren Worthülsen.

Wenn man einen Spaziergang durch die Gemeinde macht,

stellt man unschwer fest, dass viele Leute die klare Struktur, Sauberkeit und Ordnung bevorzugen. Das sind ja auch dem Klischee nach urdeutsche  Tugenden. Doch während ich so durch den Ort lustwandele, mache ich eine weitere Feststellung: Es hat einen Wandel gegeben in Bezug auf die herrschenden Statussymbole. So gibt es nach wie vor den Pool, den SUV in der Einfahrt oder das Cabrio unterm Carport. Doch all diese Symbole scheinen mir von einer repräsentativen Palette mit Pflastersteinen abgelöst worden zu sein. Besondere Wirkung erzielt sie auf bereits zugepflastertem Gelände.  Die Botschaft, die davon ausgeht ist klar: „ Ich kann mir mehr leisten, als ich eigentlich brauche.“  Inzwischen haben viele erkannt, dass ein gewisser Vorrat an Pflastersteinen äußerst sinnvoll ist und sich multifunktional einsetzen lässt.  

Zwar sieht man vereinzelt noch eine Holzbank auf Schotterbett, was aber allenfalls ein Relikt aus früheren Zeiten darstellt. Hinsetzen tut sich dort selten jemand. Der variabel einsetzbare Pflastersteinblock  ist in puncto Flexibilität, ästhetischer Originalität, konkurrenzlos.

Dabei ist  es nur von Vorteil, wenn die hausumgebende Grundstücksfläche bereits gepflastert ist. Denn das Fundament muss plan sein und darf nur leichtes Gefälle haben, um Regenwasser schnell abfließen zu lassen. Vorbildlich sei hier der neue Parkplatz am Lagerhaus in Hinterhausen zu erwähnen. Die Pflasterer verstehen ihr Handwerk. Mit keinem Fingerbreit  Platz schließt das Pflaster hermetisch zu den Hauswänden hin ab. Hübsch fände ich noch eine Abgrenzung zur Straße. Total angesagt: Ein Doppelstabgitter mit Plastikapplikationen in trendigen Grautönen.

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Probleme des Alltags 6

Keine Angst vor der Grundsteuererklärung,

„Elster“ bietet hilfreiche Tipps:

„Auf der Anlage Grundstück wurde im Bereich Angaben zum Grund und Boden ein erstes (Teil-)Grundstück erklärt (zur wirtschaftlichen Einheit gehörender Flächenanteil des Flurstücks), für das der erste auf der Anlage Grundstück angegebene Bodenrichtwert gilt. Über die Angabe in Zeile 11 des Hauptvordrucks im Feld „Enthalten in“ wird die Zuordnung „vorgenommen, welcher auf der Anlage Grundstück erklärten Fläche des Grundstücks mit welchem Bodenrichtwert der zur wirtschaftlichen Einheit gehörende Flächenanteil des jeweiligen Flurstücks zuzuordnen ist. Es wurde auf dem Hauptvordruck im Bereich Gemarkung beziehungsweise Flurstück jedoch kein Flurstück angegeben, bei dem über die Angabe in Zeile 11 erklärt wurde, dass es ganz oder teilweise in der ersten in der Anlage Grundstück erklärten Fläche, für die auch der erste erklärte Bodenrichtwert gilt, enthalten ist (es gibt kein Flurstück mit einem Eintrag in Zeile 11 des Hauptvordrucks bei dem im Feld „Enthalten in“ der Eintrag „1 – erste Fläche“ oder „3 – beiden Flächen“ vorgenommen wurde). Bitte korrigieren Sie Ihre Angaben.“

Ja, Nee, Is klar, ne.

Warum gibt es in Bad Sobernheim nur sporadisch Zebrastreifen?

Lange habe ich mich gewundert, wieso man sich in Bad Sobernheim so schwer tut Zebrastreifen an Fußgängerüberwegen einzurichten. Bestes Beispiel ist der Überweg am Kreisel der Staudernheimer Str. Über die abgehende Poststr. – Richtung Zentrum –  gab es längere Zeit einen Überweg, der mit roter Farbe markiert war. Die Signalwirkung für Autofahrer hielt sich in Grenzen und inzwischen ist die rote Farbe verblasst. Proteste hatten Erfolg,  da die rote Wegfärbung offiziell Radwegen vorbehalten ist. Stattdessen gibt es jetzt ein Fußgänger-Piktogramm.  Aber warum keinen Zebrastreifen?

Einfahrt in die Poststr. – Ausfahrt in den Kreisel
Poststr. mit verblichenem roten "Teppich" und neuem Piktogramm

Ähnlich die Situation am Kreisel zum REWE-Parkplatz. Beim Übergang an der Drogerie Rossmann gibt es zwar abgesenkte Bordsteine, aber keinen sichtbar markierten Überweg. Wenige Meter beim Übergang zum „Denkmalz“, gibt es wieder ein Piktogramm, um die Autofahrer auf eventuell vorhandene  Fußgänger aufmerksam zu machen.  Warum keine Zebrastreifen?

Überweg ohne Kennzeichnung

Das Bürgerbüro in Bad Sobernheim klärte mich auf:

Zunächst mal die gesetzliche Regelung: § 26 StVO  An Fußgängerüberwegen (sprich: Zebrastreifen) haben Fahrzeuge (…) den zu Fuß Gehenden (…), welche den Überweg erkennbar benutzen wollen, das Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen.( …) Quelle:.  https://www.stvo2go.de/kreisverkehr-fussgaengerueberweg/

An Kreisverkehren gibt es eine etwas verwirrende, besondere Regel:

Fußgänger haben mit und ohne Fußgängerüberweg Vorrang gegenüber aus dem Kreisverkehr ausfahrenden Fahrzeugen.

Einfahrende Fahrzeuge müssen Fußgänger nur Vorrang gewähren, wenn die Fußgänger die Einfahrt des Kreisverkehrs über einen Zebrastreifen queren. Ohne Zebrastreifen sind Fußgänger gegenüber in den Kreisverkehr einfahrenden Fahrzeugen wartepflichtig!

Mit bedingt durch diese gesetzliche Regelung, verzichtet die Stadt Bad Sobernheim an bestimmten Stellen bewusst auf Zebrastreifen, um bei höherer Verkehrsdichte lange Rückstaus zu vermeiden.  Wie mir gesagt wurde, gab es bisher keinerlei Komplikationen zwischen Fußgängern und motorisiertem Verkehr. Gegenseitige Rücksichtnahme scheint hier auch so zu funktionieren.

Eine niederländische Erfindung, die sich „Shared Space“ nennt, bewies vor Jahren, dass ein Verzicht auf Schilder und Regeln, den Verkehr sogar sicherer machen kann. U. a. in der niedersächsischen Stadt Bohmte wurde dies erfolgreich umgesetzt.

Reisegedicht

Taube im toten Geäst

Elegant gleitet der Zug

durchs Gelb bis zum Rostbraun

gesäumt von unbeirrter Bautätigkeit

endend in Halden sinnlosen Mülls

Keine Notiz bei den rundum Gefangenen

verschiebbarer Bildchen

Weiter zieht der Zug.

Autorin unbekannt