Inas Nacht

Foto: Ina Müller homepage

Hiermit oute ich mich als Fan von Ina Müller und ihrer Talkshow „Inas Nacht“, die ja schon länger Kult ist und seit 2007 ausgestrahlt wird. (Zur Zeit kann man „Inas Nacht“ sporadisch im späten Nachtprogramm der ARD sehen, ansonsten sind viele Sendungen auf youtube oder in der Mediathek abrufbar.) Ina Müller hat es geschafft, alles Steife, was einem klassischen Talkshow-Format anhaftet, zu tilgen. Sie ist der Typ Frau, die kein Blatt vor den Mund nimmt und mit der viele Männer gerne Pferde stehlen würden. Sie bringt Bewegung ins Sprechgeschehen, wenn sie und ihre Gäste sich auf den Tresen setzen und ihre Beine von einer auf die andere Seite schwingen und dabei häufig über Sex plaudern. Unverkrampft wird mit dem Alkohol umgegangen, eigentlich genauso wie es in unserer Gesellschaft üblich ist. Sie beteiligt das Publikum, indem sie Fragen auf Bierdeckel schreiben lässt und sie dem Promigast zur Beantwortung vorliest. In der Regel werden die eingeladenen Promis gebeten ein Lied nach eigener Wahl vorzutragen, egal, ob man singen kann oder nicht. Und wenn mal der Ton nicht getroffen wird, ist das jenseits von peinlich und dient der zusätzlichen Unterhaltung. Getoppt wird das Ganze noch von hochkarätigen Sängern und Musikgruppen, die zur Halbzeit der Show ihren aktuellen Hit spielen. Häufig sind es neuere deutsche Gruppen, von denen ich vorher nie gehört habe, aber auch internationale Musiker, die sogar für den Auftritt von Amerika nach Hamburg jetten. In der Sendung entdecke ich neue Musik für mich und Anregungen, die mir das Radio versagt (seit Jahrzehnten die größten Hits aller Zeiten, ABBA und Smokie in Endlosschleifen). Nach dem musikalischen Auftritt kommt der zweite Gast, der sich zu dem ersten in die Bank zwängt und sich dort den Fragen stellt, die Ina Müller mit dickem Filzstift in einem Ringbuch notiert hat. In der Vor-Corona-Zeit gab es noch den Shanty-Chor, der -aufgrund der Enge der Kneipe- normalerweise draußen vor dem geöffneten  Fenster stand und jede lustige Wendung des Gesprächs spontan mit einem kurzen, aber kräftigen: „Witzig, witzig! Heute haben wir viel gelacht, denn wir sind bei Inas Nacht, ha ha ha ha ha, hey!“,[ gesanglich kommentierte. Das machte die Show ungemein lebendig, entsprechend werden die Shanties zur Zeit schmerzlich vermisst.

Für diejenigen, die diese Show nicht kennen, drei Beispiele hochkarätiger musikalischer Auftritte:

  • „Klammerblues“ von Ina Müller   https://www.youtube.com/watch?v=lAAGZgZ81EY
  • „Sure ain`t“ von Wilder Woods“   https://www.youtube.com/watch?v=nU56iQtsib0
  • „Zum Teilen bereit“ von Klan        https://www.youtube.com/watch?v=ad1jL_RqS1U

Zufällig hat Ina Müller -zeitlich passend zu meiner Huldigung- eine neue CD herausgebracht. In Anspielung auf ihr Alter ist der Titel „55“.

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